Auto Ledersitze reparieren

Über die Jahre und Jahrzehnte führt die Nutzung und das Strapazieren von Ledersitzen zum Abrieb der Farbschicht oder sogar Brüchen und Rissen bis hin zu kompletten Löchern im Leder. Wirklich schön ist das nicht, aber kann man sowas denn überhaupt reparieren? Die Antwort darauf ist: ja, kann man. Mit Mitteln wie Lederkleber, Flüssigleder und einem Lederfarbauffrischer lassen sich Risse reparieren und die Sitze wieder ansehnlich machen.

Ledersitze reparieren im Überblick:

Was brauche ich zum Ledersitze Reparieren?

Zur Vorbereitung vor der Reparatur brauchst Du einen Lederreiniger, wie unser Detailify Foamy, eine Lederbürste (z.B. das Borsty), ein Mikrofasertuch, wie das Greeny, und einen Entfetter. Zum Entfetten kannst Du entweder ein Isopropanol, wie das Detailify Isy, oder ein Lederreinigungsbenzin verwenden.

Für die Reparatur selber fallen die Mittel, die Du benötigst, je nach Stärke der Schäden, etwas unterschiedlich aus. Bei Farbabreibungen oder kleinen Brüchen brauchst Du ein Schleifpad, einen Schwamm, einen Farbauffrischer (in der Farbe des Leders) und für kleinere Teile oder Stellen, wo man schwer hinkommt eventuell einen Minipinsel. Bei tieferen Rissen und Kratern kommen zusätzlich ein Flüssigleder (in der Farbe des Ledersitzes), ein Spachtel, ein GLD-Stift und eventuell ein Lederkleber zum Einsatz. Für Durchrisse und Löcher benötigst Du außerdem noch den Lederkleber und einen Stoff zum Unterkleben.

Das klingt jetzt nach viel und etwas unüberschauber aber glücklicherweise gibt es alle genannten Utensilien von diversen Lederpflegeanbietern oft als Komplettset zu kaufen. Da ist dann wirklich alles enthalten, um Deine Ledersitze zu reparieren.

Ledersitze reparieren - So geht’s

1. Ledersitze reinigen

Mit einem Lederreiniger reinigst Du die Ledersitze gründlich. Wie Du das am besten machst, erklären wir Dir in unserem Artikel „Auto Ledersitze reinigen“ im Detail.

2. Leder mit Isopropanol der Lederreinigungsbenzin entfetten

Sprüh das Isopropanol auf die Ledersitze auf und verteile es mit einem Tuch. Isopropanol verdunstet von selber rückstandslos, muss also nicht abgewaschen werden.

3. Bei Durchrissen/Löchern: Stoff unterkleben um das Loch zu schließen

Schneide ein kleines Stück Stoff zurecht, dass größer ist als das Loch, das geschlossen werden soll. Stopfe den Stoff durch das Loch und platziere es darunter. Gib den Lederkleber auf die ganze Stofffläche und die Innenseite des Leders und drücke das Leder auf den Stoff, bis der Kleber trocken ist. Das Loch ist nun von innen geflickt.

4. Risse/Vertiefungen/Krater mit Flüssigleder auffüllen

Nachdem das Loch von innen geflickt ist, bleibt eine Vertiefung zurück und eventuell ist sogar das Stoffstück sichtbar. Hier und bei allen sonstigen Rissen, Vertiefungen und Kratern im Ledersitz kommt das Flüssigleder zum Einsatz. Hast Du tiefere Risse, die etwas mehr Halt benötigen, fülle diese erstmal noch mit Lederkleber auf. Den Rest füllst Du mit dem Flüssigleder und glättest Die Schicht mit dem Spachtel. Lass das ganze trocknen und wiederhol den Schritt so oft, bis die Flüssiglederschicht etwas über dem Sitzleder hervorsteht. Das ganze sollte dann wiederum trocken sein, bevor Du mit dem nächsten Schritt fortfährst.

5. Hervorstehendes Flüssigleder mit dem GLD-Stift glätten

Bevor Du den GLD-Stift benutzt, drücke die Spitze auf einem Stück Pappe o.ä. ein, bis sie eingefeuchtet ist und wische den Überschuss dann ab.
Streiche mit dem Stift über die hervorstehende Flüssiglederschicht. Der Stift löst das Flüssigleder und nimmt es dann auf dem Filz auf. So kannst Du ein kleines Stück abtragen und die Oberfläche eben machen.

6. Glätte raue Stellen des Leders mit dem Schleifpad und wische den Schleifstaub ab

Fahr mit der Hand über alle Stellen die nachgefärbt/aufgefrischt werden sollen und prüfe so, ob diese rau sind. Ist das der Fall dann schleife mit dem Schleifpad darüber, bis sie glatt sind. Danach wischt Du den entstandenen Schleifstaub gründlich ab.

7. Leder mit dem Farbauffrischer nachfärben

Gib etwas Farbauffrischer auf einen Schwamm und trage ihn so auf das Leder auf. Fange erstmal mit Stellen an, die Du repariert hast. Lass das ganze kurz trocknen und tupfe in weiteren Schritten immer wieder eine neue Schicht auf, bis die Farbe deckend ist. Mach das ganze jetzt auch mit abgeriebenen Stellen oder solchen mit leichten Brüchen. Färbe immer ein komplettes Segment nach. Also den gesamten Bereich zwischen zwei Nähten. Sehr dünne Teile färbst Du mit Hilfe eines kleinen Pinsels ein, damit Du präzise arbeiten kannst. Benutze zum abtrocknen der jeweiligen Schichten am besten einen Fön um den Prozess zu verschnellern.

Und fertig! Deine Ledersitze sollten jetzt wieder ein ganzes Stück frischer aussehen.

Ja, die Methode mit Flüssigleder lässt sich auch sehr gut mit Kunstleder anwenden.

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